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Kategorie: Homepage
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Veröffentlicht am Sonntag, 31. Juli 2011 14:02
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Geschrieben von Marion Wulf-Nixdorf
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Küster Paul Böttcher geht in den Ruhestand Als Paul Böttcher vor 17 Jahren seinen Dienst als Küster in der Schweriner Paulsgemeinde begann, gab es noch drei Pastoren. Dann waren es zwei und nun ist es nur noch einer. Zu jedem "seiner" Pastoren hat er einen charakteristischen Satz - treffender geht es gar nicht. Ja, sein Humor. Den man dem sehr ruhig wirkenden 62-Jährigen nicht ansieht,
aber von dem sein jetziger Gemeindepastor Herbert Manzei sagt, dass er mit diesem so manches Mal in den Dienstberatungen überraschte. Paul Böttcher wird an diesem Sonntag im Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Seine freundliche Begrüßung an der Kirchentür - immer mit Schlips und Kragen - mit Handschlag und "einen gesegneten Sonntag" wünschend, wird mir fehlen. Und anderen genauso. Denn auch, wenn man traurig war, so sagt es eine ältere Frau aus der Kirchgemeinde, hat ihr Paul Böttchers Begrüßung immer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Küster wird man nicht von heute auf morgen, sagt Böttcher, da wächst man rein. Er hatte sich vor 17 Jahren als Küster beworben, weil in seinem Betrieb, in dem er als Maschinenbau-Meister gearbeitet hatte, Kurzarbeit angesagt war. Durch Kontakt zum Paulskirchenpastor Gerhard Meyer wusste er von der frei werdenden Stelle. Und zur Kirche hatte er immer ein festes Zugehörigkeitsgefühl: "Ich habe immer gern Predigten gehört", erzählt er. Auch schon als 20-Jähriger.
Er hat viel mit Menschen zu tun - nicht nur mit den Kirchgemeindemitgliedern (zu Pauls gehören rund 1 700) und Mitarbeitern, sondern zum Beispiel auch mit Handwerkern: "Als ich anfing, war der Turm auch eingerüstet - genau wie jetzt zum Ende meines Berufslebens." Der Küster muss einfach über alles Bescheid wissen. Während seiner Dienstzeit wurden fünf Chorfenster restauriert, die Empore saniert, die Treppe und die Toiletten erneuert. Viele Arbeiten, die keiner sieht, hat Böttcher selbständig und still erledigt, sagt Gemeindepastor Manzei, zum Beispiel den Aufgang zu den Glocken oder den Steg über dem Gewölbe. Und dass er zwei Mal - bei Problemen auch drei Mal - in der Woche die 188 Stufen zur Kirchturmuhr hinauf musste, um sie aufzuziehen - das hat ihn jung erhalten genau wie das Fahrradfahren mit seinem Hund zu Hause in Sukow vor den Toren Schwerins.
Paul Böttcher hat nicht nur die Kirche und das Gelände drumherum 17 Jahre lang sauber gehalten und für nötige Reparaturen gesorgt, sondern er war auch zuständig für das Gemeindehaus, das Küsterhaus und die beiden Pfarrhäuser. "Wenn es da grün wurde auf den Gehwegen, dann gabs auch mal einen Brief aus dem Stadthaus..." erzählt er freimütig. Dann musste er schnell los mit Gasflasche und Brenner. In den 90er Jahren hat der Paulskirchenkeller (PKK), in dem offene Jugendarbeit zu Hause ist, ihm viel Verdruss bereitet: Da wurde "zu Spitzenzeiten geraucht und gesoffen, da habe ich mir Handschuhe angezogen, wenn ich die Handtücher aus dem Dreck nahm und zur Wäscherei bringen musste..." Inzwischen ist das nicht mehr so und außerdem kommt mittwochs eine Reinigungsfirma in den PKK. Wenn Böttcher nun in den Ruhestand geht, will er viel reisen und er braucht Zeit für sein großes altes Bauernhaus, in dem er mit Ehefrau, Tochter und Schwiegermutter lebt. Wenn Not am Mann ist, so hat er seiner Kirchgemeinde versprochen, dann macht er Vertretung.
Marion Wulf-Nixdorf
www.kirchenzeitung-mv.de