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Küster im Kirchenkreis Mecklenburg

in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland

Profit um jeden Preis?

Wenn ich so Mitte bis Ende Mai durch Mecklenburg fahre, sehe ich sehr viele gelbe Felder in unserer Region. Später kommen dann noch die Maisfelder, einige Rübenfelder oder auch mal einige Kornfelder hinzu. Eine richtige Monokultur in der Landwirtschaft.

Mein Vater, der Landwirt war, hat mir schon in meiner Kindheit beigebracht, wie wichtig die Fruchtfolge in unserer Natur ist. Er konnte damals nicht wissen, dass es heute viele Gifte gibt, die nur die gewünschten Früchte wachsen lassen. Wie schön, ich musste in meiner Kindheit schon viel mit ran, die Rüben verziehen und vom Unkraut befreien, in den Kornfeldern Disteln stechen oder in den Kartoffelfeldern die Melde ziehen, damit die Früchte genug Licht und Nahrung bekommen. Auch gab es damals noch Feldhamster, und unsere Bienen hatten keine Gifte zu fürchten. 

Alles was Geld bringt ist gut, egal, was auf der Strecke bleibt. Wer nicht mitmacht, der geht eben unter in dieser Gesellschaft oder wird ausgegrenzt. 

In unserem Kirchenkreis stehen wie immer Reformen an. Reformen sind bei mir leider immer mit Einsparungen verbunden. Immer weniger sollen immer mehr schaffen. Das ist die Aufgabe, die uns gestellt worden ist. Sicher kann man einen großen Teil über das Ehrenamt bewältigen. An vielen Stellen geht es gar nicht anders. Die Frage ist für mich, wie schaffen wir es, gemeinsam einen Weg zu gehen, der für alle noch tragbar ist? Mein Vorschlag ist, einen großen Teil der guten Steuereinnahmen direkt an der Basis  einzusetzen, dort Stellen zu schaffen, um unsere Kirche vor Ort präsenter zu machen. Nur wenn wir vor Ort die Menschen mit unserer Einstellung und unserem Glauben überzeugen, können wir sie auch gewinnen.

Dass wir in Mecklenburg bisher einen guten Weg gegangen sind, zeigte mir die letzte Verbandsratstagung des DEK (Deutscher-Evangelischer Küsterbund) in Bad Blankenburg. Fast alle Landesverbände klagten über die drastischen Reformen in ihren Landeskirchen. Die Mitteldeutsche Kirche hat die Küsterstellen gekündigt. In Bayern werden die Arbeitsfelder der Küster so groß, dass keiner mehr für die Vorstandsarbeit Zeit aufbringen will. Nur der Vorsitzende und die Schatzmeisterin halten dort noch alles aufrecht und das in einer der reichsten Kirchen in Deutschland. Wir sollten sehr darauf achten, nicht den Weg wie in Bayern oder der heutigen Landwirtschaft zu gehen, wo nur noch Zahlen eine Rolle spielen, die nur wenigen zu gute kommen. Reformen sind nicht immer gut, aber notwendig. 

Man sollte aber darauf achten, dass sie von allen getragen werden und nicht nur für einige eine bittere Pille ist.

Betrübt bin ich über die Gleichgültigkeit vieler Mitarbeiter, die sich nicht bei dieser wichtigen Diskussion eingebracht haben.

Ich freue mich, dass in unserem Kirchenkreis unsere Reform so breit unter allen Mitarbeitern diskutiert wurde. Das zeigt uns Mitarbeitern, dass unsere Kirchenleitung nahe am Mitarbeiter steht. Eine gute Voraussetzung für alle, die Reformen anzunehmen.

Dazu wünsche ich allen in unserem Kirchenkreis Gottes Segen.
Norbert Sprengel

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