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Küster im Kirchenkreis Mecklenburg

in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland

Dorfkirche in Kladow

Keine 100 Meter oberhalb des reizvollen Warnowtals befindet sich die kleine Dorfkirche von Kladow, die vom Friedhof umgeben ist. Der Ort liegt in der Nähe von Crivitz und rund 22 km östlich von Schwerin. Kladow feiert im kommenden Jahr (2017) sein 700-jähriges Bestehen. Im Ort leben und lebten immer rund 100 Menschen. Heute ist Kladow mehr Wohn- als Arbeitsort. Aber es lebt sich gut hier, in der schönen Landschaft, die geprägt ist von Wäldern, Feldern (ohne Windräder), der Warnow und abseits des großen Autoverkehrs, aber nicht zu weit weg von Schwerin.

Über Jahrhunderte (bis 1945) gehörte Kladow verschiedensten Rittergutsbesitzern. Waren es zunächst adlige Gutsbesitzer, kauften ab 1850 gutbetuchte Bürgerliche das Gut, wie der Schweriner Kaufmann Joh. Uhle und zuletzt Margarinefabrikant W. Rau.
Die Sandböden des Gutes brachten nur geringe Erträge, was zu Konkursen und häufigem Besitzerwechsel führte.
Seit dem 1. Januar2003 gehört der Ortsteil Kladow verwaltungstechnisch zur Stadt Crivitz, davor zur Gemeinde Gädebehn.
Kladow war früher eigenständiges Kirchspiel und hielt sich bis 1911. Nach Kladow waren die Orte Augustenhof, Basthorst, Rönkenhof, Samelow, Kölpin und Weberin eingepfarrt. Dann gab es Zusammenlegungen mit Holzendorf bzw. Mitverwaltung von Pinnow und Crivitz aus. 1947 kam Kladow endgültig zur Kirchgemeinde Crivitz. Das ist bis heute so geblieben.

Das kirchliche Leben ist den heutigen Verhältnissen angepasst. Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat gibt es eine Abholandacht. Wer will, fährt anschließend mit zum Gottesdienst nach Crivitz. Eigene Gottesdienste finden nur noch zu Karfreitag, Christi Himmelfahrt, Erntedank und Heiligabend statt. Zum Totensonntag gibt es auf dem Friedhof eine Andacht mit dem Posaunenchor. Heiligabend ist die Kirche brechend voll. Christi Himmelfahrt kommt die gesamte Kirchengemeinde (Crivitz mit Barnin und Kladow) nach Kladow zum Gottesdienst. Im Anschluss gibt es Leckeres zu essen und zu trinken, es wird gegrillt, und unser Förderkreis KIRCHE KLADOW veranstaltet einen kleinen Floh- und Pflanzenmarkt, der sehr beliebt ist. In unserer Kirche ist Platz für ca. 90 bis 100 Personen.

Im Jahre 1780 erfolgte ein Umbau der mittelalterlichen Vorgängerkirche im klassizistischen Stil. Das Backstein– Kirchenschiff wurde verputzt und sah dadurch wie eine neue Kirche aus. Im Inneren finden wir einen ungeteilten Raum mit flacher Holzdecke vor. Dieser wurde 1905 grundlegend neu gestaltet: Wände und Holzdecke sind erstmalig mit floralen Ornamenten ausgemalt worden. Das Gestühl für die Gemeinde wurde komplett erneuert. Der Schweriner Kunstglaser R.C. Koenigsberg setzte acht neue Bleiglasfenster – davon sechs mit christlichen Symbolen – ein. Die alten Rotsteine des Fußbodens wurden mit blauschwarzen und gelblichen Fliesen überdeckt. Aus dem 17. Jh. blieben noch der Pastoren- und Beichtstuhl sowie ein Teil des Patronatsgestühls erhalten. Der hölzerne Kanzelaltar sowie die Altarschranken sind um 1780 gebaut.
Unsere Kirche hat eine Bullerjan– Ofenheizung. Der Schornstein endet in einem sehr schön gestalteten Dachreiter im Kirchendach.
1864 erhielt unsere Dorfkirche erstmals eine Orgel, die bis heute erhalten und spielbar ist. Sie wurde vom Wismarer Orgelbauer Friedrich Wilhelm Winzer geschaffen, der aus Thüringen kam.
Der Turm bekam seine jetzige Gestalt 1859/60. Auch hier wurde wieder ein mittelalterlicher Vorgängerturm umgebaut. Im zweiten Stockwerk befindet sich der Glockenstuhl. Hier hängt unser ältestes Schmuckstück: die Glocke von 1488! Der Glockensachverständige C. Peter bescheinigte ihr im Jahr 2000 außerordentliche Klangschönheit, die „in sehr schöner Fülle und Ausgeglichenheit abstrahlt“. Unsere historische Glocke wird immer noch von Hand geläutet.
1999 wurde der Turmhelm abgenommen und saniert. Er stand schon schief und drohte abzustürzen. Ebenfalls 1999 wur-de die fast 100 Jahre alte bemalte Balkendecke durch Maler P. Rauch restauriert. Das Dach und der Putz des Kirchenschiffs wurden 2002/03 erneuert. Aktuell gibt es weiteren Sanierungsbedarf: Das Mauerwerk muss trockengelegt, ebenso die Verfugungen am Turm erneuert werden. Die Restaurierung der Ausmalung der Innenwände ist ebenfalls notwendig.

Im September 2012 haben wir den Förderkreis KIRCHE KLADOW gegründet und wollen die genannten Sanierungsmaßnahmen voranbringen.

Norbert Wolfram, Kladow

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